Die verschiedenen Sprachmodelle von ChatGPT
Die Auswahl der Sprachmodelle ändert sich fast monatlich. Daher kann es passieren, dass einzelne Modelle nicht mehr direkt auswählbar sind oder nur noch versteckt auftauchen.
Je nach Modell unterscheiden sich Qualität, Stil, Genauigkeit und auch die Art, wie mit Aufgaben umgegangen wird. Dies ist wichtig zu verstehen, denn je nach Modell können die Ergebnisse spürbar unterschiedlich ausfallen.
Dabei geht es mir nicht um technische Kennzahlen wie Token oder Benchmarks, sondern um das Verhalten der einzelnen Modelle in der Praxis. Dazu gehört, wie gut sie Texte schreiben, Zusammenhänge erfassen oder Probleme lösen und welche Erfahrungen ich damit gemacht habe.
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Geschichte der Sprachmodelle
Ich starte mit der Geschichte von ChatGPT im Jahre 2022, wobei es natürlich auch schon vorher künstliche Intelligenz und Chatbots gab. Das Jahr 2022 war jedoch besonders, da ChatGPT der Öffentlichkeit vorgestellt wurde und innerhalb von zwei Monaten von über 100 Millionen Menschen genutzt wurde.
Das damalige Sprachmodell war GPT-3 bzw. GPT-3.5 und wies einige wesentliche Schwächen auf. So war es nur begrenzt leistungsfähig und besonders anfällig für Halluzinationen. In den sozialen Medien gab es zahlreiche Beispiele, über die sich die Leute amüsierten. So hat beispielsweise ein Anwalt in den USA mithilfe von KI Präzedenzfälle vor Gericht präsentiert. Das Ganze war jedoch eine Erfindung der KI. Glücklicherweise wurde dies erkannt. Der Anwalt wurde umfangreich in den verschiedensten Medien erwähnt.
Unabhängig davon, welches Sprachmodell du nutzt, musst du immer davon ausgehen, dass die Antwort von ChatGPT erfunden ist. Prüfe sie also nach, wenn es sich um Fakten handeln sollte.
Kostenlose Nutzung der unterschiedlichen Sprachmodelle
Falls du ChatGPT in der kostenlosen Version nutzt, noch ein wichtiger Hinweis: Die vollständige Auswahl der Sprachmodelle hast du nur in der kostenpflichtigen Version von ChatGPT. Zwar kannst du das eine oder andere Modell auch kostenlos nutzen. Diese sind dann allerdings limitiert.
Die unterschiedlichen Sprachmodelle von ChatGPT in der Übersicht
Wie bereits erwähnt, kann die Auswahl des Sprachmodells erheblichen Einfluss auf die Art der Chat-Antwort haben. Wenn du mit einer Antwort von ChatGPT nicht zufrieden bist, kannst du ein anderes Modell auswählen. Im Folgenden zeige ich dir die Unterschiede und wesentlichen Merkmale der einzelnen Sprachmodelle. Entscheide dann selbst, welches Modell du vorrangig nutzen möchtest.
Instant: GPT 5.3
ChatGPT 5.3 Instant ist ein universelles Sprachmodell, das für die meisten alltäglichen Aufgaben entwickelt wurde. Es beantwortet Fragen, verfasst Texte, erklärt Sachverhalte auf verständliche Weise und hilft dir bei alltäglichen Problemen.
Wenn du nicht lange überlegen möchtest, welches Modell das richtige ist, liegst du mit Version 5.2 fast immer richtig.
Dieses Modell eignet sich besonders gut für:
- Texte schreiben, umformulieren oder korrigieren
- E-Mails, Briefe und kurze Artikel
- Erklärungen zu Alltags- und Wissensthemen
- Zusammenfassungen von Texten
- Unterstützung beim Lernen oder Nachschlagen
- einfache Planungen, Listen und Ideen
Kurz gesagt: Alles, wofür man früher „einfach ChatGPT“ genutzt hat.
Dieses Sprachmodell ist nicht die beste Wahl, wenn du:
- sehr komplexe mathematische oder logische Probleme lösen willst
- ausführliche Programmierlogik erwartest
- möchtest, dass die KI lange und sichtbar „nachdenkt“
- wissenschaftliche oder stark spezialisierte Analysen brauchst
In solchen Fällen gibt es andere Modelle, die besser darauf ausgelegt sind.
Thinking: GPT 5.4
GPT 5.4 Thinking ist ein spezielles Sprachmodell von ChatGPT. Es antwortet nicht sofort, sondern denkt erst nach. Es analysiert deine Frage Schritt für Schritt und versucht, Zusammenhänge logisch zu erfassen. Genau deshalb wird es auch oft als Reasoning-Modell bezeichnet.
Im Vergleich zu schnelleren Standardmodellen ist GPT-5.4 Thinking stärker auf Genauigkeit und strukturiertes Denken ausgelegt. Es ist perfekt für Aufgaben, bei denen du mehrere Schritte machen musst oder viel Infos verarbeiten musst. Das Modell kann auch richtig lange Texte oder Dokumente analysieren, weil es ein deutlich erweitertes Kontextfenster unterstützt.
Gut geeignet für:
- komplexere Fragen, bei denen es kein klares Ja oder Nein gibt
- logische Probleme und Denkaufgaben
- Programmierfragen oder Fehlersuche im Code
- Analyse längerer Texte oder Dokumente
- Erklärungen, bei denen der Weg zur Lösung wichtig ist
Nutze es gezielt bei schwierigen Fragen und Fragestellungen, bei denen Genauigkeit besonders wichtig ist. Ansonsten nimm ruhig das schnellere Standardmodell.
Ältere Sprachmodelle
Du kannst auch ältere Sprachmodelle manuell auswählen. Diese Option ist vor allem in der Übergangsphase nach der Einführung eines neuen Modells hilfreich. Wenn dir die Antworten des neuen Modells nicht gefallen, kannst du vorübergehend weiterhin das vorherige nutzen.
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Fazit und Zusammenfassung
Alle genannten Sprachmodelle eignen sich in unterschiedlichem Maße für die verschiedenen Anforderungen. Es kommt also darauf an, welche Fragen du hast und in welchem Bereich du dich bewegst. Ich würde das in 3 grobe Kategorien einteilen:
Texte erstellen, umformulieren, editieren und einfache Fragestellungen: In diesen Fällen ist jeweilig neueste Standardmodell gut geeignet und liefert auch gute Ergebnisse.
Mathematik, Programmieren, Naturwissenschaften: Für diese Bereiche würde ich immer die „denkende“ Variante (Thinking) wählen.
Welche Erfahrungen hast du mit den Sprachmodellen gemacht? Welches ist dein Favorit? Schreib es mir in die Kommentare.
Falls du die Informationen noch einmal bei OpenAI nachlesen möchtest, so kannst du dies auf der ➥Seite von OpenAI tun (englisch).
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